Das deutsche WM-Aufgebot: wer schafft es in den Kader für Brasilien?

Selten waren die Fragezeichen beim Kader der deutschen Nationalmannschaft vor einer WM so groß wie vor der Weltmeisterschaft in Brasilien 2014. Denn der Kader wurde durch zahlreiche Verletzungen in den letzten Monaten derart durcheinander gewirbelt, dass jetzt plötzlich Kandidaten auf der Liste stehen könnten, an die noch vor drei Monaten keiner geglaubt hätte.

Die sicheren Positionen

Die einzige Position, auf der es in Deutschland nie wirklich Probleme gibt, ist beim Torwart. Zudem gibt es für die WM 2014 in Brasilien im Gegensatz zu früheren Turnieren eine klare Hierarchie. Die unangefochtene Nummer 1 im Tor ist Manuel Neuer. An seiner Leistung als Torwart von Bayern München kommt aktuell kein Konkurrent vorbei. Auch Rene Adler dürfte als bisherige Nummer 2 trotz einiger Schwierigkeiten im Abstiegskampf mit dem HSV auf jeden Fall mitfahren nach Brasilien. Das Duell um den Platz als dritter Torwart liefern sich vermutlich Roman Weidenfeller von Borussia Dortmund und Marc-André ter Stegen von Borussia Mönchengladbach. Die Tendenz geht hier wohl zu Roman Weidenfeller, der mehr internationale Erfahrung aus der Champions League besitzt und Rene Adler wohl leichter als Nummer 2 ersetzen könnte, falls der in eine Formkrise stürzen sollte.

Ebenfalls sicher dürften mehrere Plätze im offensiven Mittelfeld sein. Der aktuell formstärkste Spieler ist Marco Reus von Borussia Dortmund. Nach seiner Verletzungspause scheint er stärker denn je und er wird sicher mit nach Brasilien fahren. Wie dieser aktuelle Artikel zeigt, kann bei den Wetten auf den deutschen WM Kader mittlerweile gar nicht mehr auf eine Teilnahme von Reus getippt werden, lediglich die Option „fährt nicht zur WM“ ist noch mit entsprechend hohen Quoten in den Wettangeboten verfügbar. Von Bayern München werden der torgefährliche Thomas Müller, der Ideengeber Tonio Kroos und der spielstarke Mario Götze und mit dabei sein. Götze ist zudem der Angriffshybrid für eine Spielvariante ohne Stürmer und somit bei den Verletzungssorgen im Sturm absolut unverzichtbar. Aus England sollten zudem Lukas Podolksi und Mesut Özil von Arsenal London sowie Andre Schürrle vom FC Chelsea zum Kader stoßen.

Marco Reus

Marco Reus – eine sichere Bank für den deutschen WM Kader bei der Fußball Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien

Wenige Diskussionen gibt es auch bei den Innenverteidigern. Gesetzt sein dürften hier auf jeden Fall Mats Hummels, Per Mertesacker sowie Jerome Boateng. Die weitere Besetzung des Kaders dürfte davon abhängen, wo Philipp Lahm am Ende spielen soll. Rückt er ins defensive Mittelfeld vor, könnte Benedikt Höwedes auch als Außenverteidiger spielen. Somit könnte ein weiterer Innenverteidiger in den Kader aufrücken.

Die Problempositionen in Mittelfeld und Sturm

Die größten Fragezeichen stehen derzeit wohl im defensiven Mittelfeld und im Sturm. Das defensive Mittelfeld wäre mit der wahrscheinlichen Langzeitverletzung von Ilkay Gündogan und der Rekonvaleszenz von Sami Khedira schon geschwächt genug. Bastian Schweinsteiger allein wird dieses Loch nicht stopfen können. Sollte Khedira also nicht rechtzeitig wieder fit werden, wäre zwar der vorher schon erwähnte Positionswechsel von Kapitän Philipp Lahm ins defensive Mittelfeld wie bei Bayern München denkbar. Das aber würde bedeuten, die sichere Besetzung auf der Position als rechter Außenverteidiger dafür zu opfern. Somit würde die auf den Außenverteidigerpositionen ohnehin nicht wirklich stark besetzte deutsche Mannschaft defensiv weiter geschwächt werden. Denn hier ist schon auf der linken Position kein Spieler wirklich gesetzt, weil es an absoluter Qualität fehlt.

Das größte Problem ist aber der Sturm. Miroslav Klose hat sich erneut verletzt und ihm droht, dass er das komplette Saisonfinale in Italien ohne Spielpraxis beenden muss. Sein Alter und die vielen kleinen Verletzungen der Saison 2013/14 haben ihn zu ständigen Pausen gezwungen. Auch Mario Gomez war mehrfach verletzt und hat so keine WM-Form aufbauen können. Dazu kommt die Ladehemmung in der Rückrunde bei Max Kruse. Hier ist die Chance am größten, dass es zu einer Überraschungsnominierung kommt. Kevin Volland oder Andre Hahn könnten noch auf den WM-Zug aufspringen.

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